Regionalstrategie Demografischer Wandel

Allgemeine Entwicklungen und Herausforderungen im Themenbereich Erholung

Freizeit- und Erholungsaktivitäten befinden sich im ständigen Wandel. Rückläufige Arbeitszeiten, breiter gesellschaftlicher Wohlstand und technischer Fortschritt ermöglichen heute die Entwicklung einer nie da gewesenen Vielfalt an Freizeitaktivitäten. Dabei werden Diversifizierungstendenzen beim Konsum- und Freizeitverhalten deutlich sichtbar. Hinzu kommt, dass sich durch die sich verändernde Bevölkerungsstruktur (vgl. Prognose der Bevölkerungsentwicklung) die Nutzergruppen von Freizeit- und Erholungsangeboten stark ändern werden.

Zusammen mit den Trends des Wandels der Gesellschaft hin zur sogenannten „Erlebnis-Gesellschaft“ bekommen sowohl Arbeit als auch Freizeit die Aufgabe zugeschrieben, zur individuellen Verwirklichung beizutragen. Neben stark erlebnisorientierten Entwicklungen im Freizeitsektor (z.B. Freizeitparks, Urban Entertainment Center, Hochseilgärten, Extremsportarten) ist ebenfalls eine neue Konzentration auf erholungsorientierte Freizeitformen zu beobachten (z.B. Wellness, Ruhe in der Natur finden, Gesundheitssportarten wie Nordic Walking, Wandern und Radfahren).

Diese Nachfrage muss besonders berücksichtigt werden, da die älter werdenden Bevölkerungsgruppen über ein höheres Zeitpotential verfügen. Die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Lebensstile führt dazu, dass auch die älteren Nutzergruppen neben der Suche nach passiven Erholungsarten wie "Wandern in der Landschaft" auch die aktive erlebnis-, kultur- und sportorientierte Erholung nachfragen.

Grundsätzlich wird gelten: Es gibt mehr Nutzer, mit mehr Geld und mehr Zeit in dem Bereich der Freizeit und Erholung.

Herausforderungen

  • die Notwendigkeit einer Angebotsdiversifizierung,
  • die Gewährleistung einer dezentralen Versorgung in der Fläche,
  • die Erreichbarkeit von Naherholungsgebieten in der Fläche (mit dem ÖPNV),
  • ein erhöhter Anteil von älteren alleinstehenden Frauen, die evtl. eine spezifischere Erholungsnachfrage zeigen,
  • die Nachfrage nach organisierter Erholung  (Stichwort: Das Leben gemeinsam genießen),
  • besondere Anforderungen an Barrierefreiheit und Sicherheit (z.B. auch Notarztwagenhaltepunkte an Waldparkplätzen, Angebote von Aufladestellen für Elektrofahrräder)
  • die bessere Vernetzung von Organisationen wie Pfälzerwaldverein oder Odenwaldclub mit Betreibern von Freizeit- und Erholungseinrichtungen oder dem VRN-Erlebnisführer,
  • eine nachfrageorientiert Ausrichtung der Angebote auch mit Blick auf Zeiten (z.B. Kultur am Nachmittag, Fitness am Vormittag), Angebote für generationenübergreifende Aktionen (z.B. Campingbetreiber werben für Aufenthalte von Großeltern mit ihren Enkeln).

Empfehlungen

Die bestehenden Organisationen müssen das Thema demografischer Wandel stärker bei ihren Angeboten berücksichtigen.

  • Die Angebote sollten besser bekannt gemacht werden, indem Cross-Marketing genutzt wird. Dies könnte z.B. geschenen, indem
    • Geoparkaktivitäten mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar verknüpft werden,
    • Infozentren sich gegenseitig bewerben (hierzu soll das Regionalparkkonzept Rhein-Neckar u.a. beitragen).
  • Die Sportregion e.V. sollte mehr Breitensportangebote für altersgruppenbezogene Nutzer kommunizieren  (u.a. durch Weiterentwicklung des Sportstättenatlas in der MRN);
  • Aktivitäten sollten kombiniert werden (z.B. nach Vorbild TUI-Club Elan oder Neckermann Club-Vital, wo Angebote wie Nordic Walking, Tanzen, Blutdruckmessen, Internet-Kurse, Sprachkurse kombiniert werden).
  • Unternehmen sollten die Erholungs- und Freizeitangebote in ihrem Standortumfeld besser kommunizieren;
  • Beschäftigte sollten "demografie-fit" bleiben (innerbetriebliche Angebote mit externen Angeboten verknüpfen);
  • private und öffentliche Aktivitäten sollten verknüpft werden, indem z.B. Gesundheitsmanagement in Unternehmen mit öffentlichen Partnern verbunden wird.

Kontakt

Themenkoordinator
Claus Peinemann
Dr. Claus Peinemann
  • Verband Region Rhein-Neckar
  • Themenkoordinator "Erholung"
  • Mitglied des Lenkungskreises
  • Telefon 0621 10708-28

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